Der Gründer der Ahmadiyya, Mirza Ghulam Ahmad (1835 - 1908) l),
weist dem Koran im theologischen Gefüge seiner Bewegung die zentrale
Stelle zu. Er ist vom göttlichen Ursprung des Koran überzeugt.
Nach seiner Meinung handelt es sich dabei um eine wörtliche Offenbarung,
deren Einordnung Muhammad an Hand göttlicher Eingebung persönlich
vornahm. Muhammad ordnete an, welche Stelle jeder einzelne Vers innerhalb
der Suren einnehmen sollte und in welcher Reihenfolge die Suren anzuordnen
sind. Mirza Ghulam Ahmad geht davon aus, daß der Korantext uns ohne
jeden Verlust in seiner Totalität überliefert wurde 2). Die Sprache
des Koran ist reines Arabisch und enthält absolut keine Wörter
nicht-arabischen Ursprungs; sie ist unnachahmbar, sowohl inhaltsmäßig
als auch sprachlich 3). Der Koran stellt keine Dichtung dar, denn ein Buch,
dessen Wahrheitsgehalt über jeden Zweifel erhaben ist, kann unmöglich
als Dichtung, die bekanntlich eher der Unwahrheit als der Wahrheit zugerechnet
wird, bezeichnet werden. Der Koran weist absolut keine Widersprüche
auf, daher kann sich die Frage nach den abrogierenden (nasikh) und
abrogierten (mansukh) Versen im Koran erst gar nicht stellen
4). Der Koran ist das letzte göttliche Gesetz für alle Zeiten
und für die gesamte Menschheit, dessen Verkündigung dem letzten
gesetzgebenden Propheten übertragen wurde. Es kann daher weder nach
Muhammad einen gesetzgebenden Propheten geben, noch kann der Koran durch
eine andere heilige Schrift ersetzt werden 5). Alle im Koran beschriebenen
Wunder der Propheten entsprechen der Wahrheit, aber man soll nicht jedes
Ereignis wörtlich nehmen, denn die göttliche Offenbarung enthält
bildhafte Ausdrücke (isti'arat-i latifa), die einer Interpretation bedürfen
6 ). Zwischen dem Wort Gottes, gemeint ist der Koran, und Gottes Taten,
das ist die Natur, gibt es absolut keinen Widerspruch 7). Der Koran ist
umm al-kitab, daher stellt er die Grundlage aller früheren Offenbarungsschriften
dar 8). Er bildet die erste und die wichtigste Quelle des islamischen Rechts,
gefolgt durch die Sunna und den Hadith ; daher gebührt
ihm die absolute Priorität in allen religiösen Fragen 9). Der
Koran enthält alle Weisheiten 10) und eine Vielzahl von Prophezeiungen
für die Zukunft, die alle zum vorgesehenen Zeitpunkt in Erfüllung
gehen werden 11). Er ist unerschöpflich hinsichtlich seiner Botschaft
12). Niemand kann die Vielfalt der Bedeutung seiner Worte in der Ganzheit
erfassen. Es ist aber Gottes Wille, dass die tiefere Bedeutung der koranischen
Botschaft von den Menschen verstanden wird 13). Zum Verständnis
des Koran braucht man mehr als blosse Beherrschung der arabischen Sprache
14). Der Imam der Zeit, in diesem Fall meint Mirza Ghulam Ahmad sich
selbst, ist am besten geeignet, den Koran zu verstehen und seine Lehren
darzulegen, denn ihm wurde von Gott eine besondere Befähigung verliehen
15). Gott wird den Koran ewig vor jeglichen menschlichen Eingriffen schützen
16) und dafür Sorge tragen, daß die Bedeutung der koranischen
Botschaft immer zum richtigen Zeitpunkt von den Menschen verstanden wird
17). Die wahren Befolger koranischer Lehre werden mit dem Offenbarungsgeschenk
Gottes ausgezeichnet 18). Die Gebote des Koran sind klar und für jeden
verständlich. Der Koran ist unfehlbar 19) und beispiellos 20). Er enthält
trotz seiner Kürze alle Weisheiten sowie alles Erforderliche für
die Religion 2l). Keine von Menschen erdachte Schrift kann dem Koran in
Bezug auf Weisheit und Vollständigkeit Konkurrenz machen 22). Keine
einzige Seite des Koran ist ohne die Erwähnung Gottes. Darin ist er
einzigartig unter den Offenbarungsschriften 23). Er umfasst die Wissenschaft
zur Erkenntnis Gottes (ilm-i ilahi). aber auch die Wissenschaft zur
Erkenntnis der Seele bzw. die Wissenschaft der menschlichen Psyche. Er enthält
die Grundlagen der Wissenschaft des menschlichen Ursprungs und die Erkenntnis
über das Jenseits. Zur Erläuterung seiner Materie wendet er auch
andere Wissenschaften, wie etwa die Logik, Physik, Philosophie, Astronomie,
Psychologie, Medizin, Mathematik und Rhetorik an. In diesem Sinne enthält
er Grundlagen aller Wissenschaften 24). An anderer Stelle sagt Mirza Ghulam
Ahmad zusammenfassend, dass der Koran vier Grundtypen von Wissenschaften
enthält: a) die Wissenschaft des Ursprungs aller Dinge; b) die Wissenschaft
des Jenseits; c) die Wissenschaft der Prophetie; und d) die Wissenschaft
des Monotheismus 25). Seiner Meinung nach ist der Koran ein Garant des Monotheismus.
Ohne ihn wäre dieses Dogma längst in Vergessenheit geraten 26).
Ohne die Anleitung des Koran kann der Mensch nicht zu Gott gelangen 27).
Jeder, der ein einziges Gebot des Koran absichtlich nicht befolgt, macht
mit den eigenen Händen die Tür zur Erlösung zu 28). Die blosse
Herabwürdigung des Koran ist bereits kufr (Unglaube) 29). Zu
den Aufgaben des Koran gehört auch, die Eigenschaften Gottes zu beschreiben,
Seine Vollkommenheit darzulegen und von Seiner alles umfassenden Gnade zu
berichten, die Er den Menschen angedeihen lässt, ohne daß sie ein
Anrecht darauf haben. Der Koran lehrt Aufrichtigkeit, Gottesverehrung und
die absolute Umkehr von allem, was nicht Gottes ist. Er lehrt, daß allein
Gott Verursacher aller Dinge ist und Er den Menschen erst das Gelingen der
Dinge ermöglicht. Sein Beistand gibt den Menschen Kraft, um Gutes zu
tun und Böses zu vermeiden. Der Koran beschreibt in aller Deutlichkeit
den Weg, den Gott für den Menschen bestimmt hat und zeigt ihm mit Beispielen
das Schicksal derer, die den rechten Weg verliessen und ins eigene Verderben
gerieten, und erzählt von anderen, die die Gesetze Gottes achteten und
denen Gott Seine Zufriedenheit bescheinigt 30).
Damit ist wohl alles Grundsätzliche zusammengefasst, was in den
Schriften Mirza Ghulam Ahmads über den Koran gesagt wird. Im folgenden
sollen die wichtigsten seiner Aussagen, die in der Ahmadiyya-Theologie eine
Rolle spielen, im einzelnen näher besprochen werden.
1. Der Koran stellt eine wörtliche Offenbarung dar 3l).
Ausgehend von dem Vers: "... indem Wir dir diesen Koran offenbarten"
(12:4) bezeichnet Mirza Ghulam Ahmad den Text des Koran als Wort Gottes
(kalam-i ilhi) 32). Sein Zeitgenosse Sir Saiyid Ahmad
Khan stimmt mit ihm darüber ein, lehnt aber die Vermittlerrolle des
Engels Gabriel bei der Offenbarung ab. Nach Saiyid Ahmad Khan wurde der Koran
direkt in das Herz des Propheten gesandt, der die empfangene Botschaft ohne
Zusätze oder Unterlassung irgendwelcher Teile im Originaltext weitergab
33). Mirza Ghulam Ahmad hält sich hier an die orthodoxe Vorstellung
der Mittlerrolle des Engels Gabriel. Diese Meinung wird heute von so unterschiedlichen
Autoren wieAbul-Kalam Azad, Abl-A'la Maududi und Ghulam Ahmad Parwaiz geteilt.
Asaf A.A. Faizi bildet da eine Ausnahme, denn nach seiner Meinung kleidete
Muhammad die wortlose Offenbarung Gottes in die eigenen Worte ein. Mirza
Ghulam Ahmad dagegen lehnt es ab, im Koran die Existenz eines einzigen Wortes,
ja sogar einer einzigen Silbe anzuerkennen, die vom Menschen stammt 34).
Er nimmt an, dass Muhammad weitere Offenbarungen empfangen habe, die allerdings
nicht dem Text des Koran zugehörten und die daher darin nicht aufgenommen
wurden.
2. Die Reihenfolge der Verse und die der Suren im Koran geht auf Muhammad
zurück, der diesbezügliche Anordnungen gemäß einer
verborgenen Offenbarung (wahy-i khafiy) empfangen haben soll.
Darin ist er sich mit Saiyid Ahmad Khan einig 35). Ghulam Ahmad Parwaiz teilt
ebenfalls diese Meinung. Der Sohn und zweite Nachfolger von Mirza Ghulam
Ahmad, Mirza Bashir ad-Din Mahmud Ahmad, (1889-1965), hat sich viel
Mühe gegeben, um den logischen Aufbau des koranischen Textes zu beweisen
36). Er macht diese Meinung fast zu einem der Grundprinzipien für die
Koranexegese. Denn seiner Meinung nach kann die Textfolge nicht ohne Bedeutung
sein, zumal der Prophet die Offenbarungreihenfolge für die Textzusammenstellung
nicht als Prinzip genommen hat. Daraus kann man ableiten, daß die
Offenbarungsfolge für die Gültigkeit oder Ungültigkeit
irgendwelcher Lehren (ahkam) nicht massgeblich sein kann.
Damit ist sozusagen der Lehre der abrogierenden und der abrogierten Verse
die Grundlage entzogen worden. Denn die Theorie des naskh und
mansukh basiert auf der Annahme, daß zeitlich später
liegende Offenbarungen die Gültigkeit früherer Verse, die zu den
neuen im Gegensatz stehen, automatisch aufheben. Ein Konsequenz dessen,
daß der Koran in 23 Jahren stückweise offenbart wurde, sind nach
Saiyid Ahmad Khan die relativ häufigen Wiederholungen. Zum Verständnis
dieser Stellen müsste man den Anlass der Offenbarung (asbab nuzul
al-qur'an) kennen 37). Mirza Bashir ad-Din Mahmud Ahmad betrachtet
die Wiederholungen als ein Wesensmerkmal des Koran, deren Fehlen sich auf
den Charakter des Koran eher negativ auswirken würde.
3. Der Korantext ist bis heute ohne jeden Verlust oder Zusätze
geblieben 38). Er wird gemäss Gottes Verheißung: "Wahrlich,
Wir, Wir Selbst haben diese Ermahnung hinabgesandt, und sicherlich werden
Wir ihr Hüter sein" (15:9), bis zum Tag des jüngsten
Gerichts vor solchen Eingriffen bewahrt bleiben. Die Ahmadiyya reagiert
auf alle Studien, die divergierende Verse im Koran nachzuweisen versuchen
oder vom Vorhandensein solcher Verse wissen wollen, die zwar authentisch
sind aber im Koran nicht Eingang gefunden haben, sehr scharf. Sie lehnt
sie als Verfälschungsversuche ab, ohne sich mit ihnen wissenschaftlich
auseinanderzusetzen 39). Nach der Ahmadiyya-Auffassung sind die Koranrezitatoren
und huffaz (welche den Koran auswändig lernen) ein Garant dafür,
daß der Koran niemals verfälscht werden kann 40).
4. Die Sprache des Koran ist reines Arabisch. Gemäss den Versen:
"Wir haben es offenbart - den Koran auf arabisch"(12: 2); " ... in deutlicher
arabischer Sprache" (26:195), befindet sich kein einziges Wort im Koran,
das ausserarabischen Ursprungs wäre 4l). Saiyid Ahmad Khan dagegen gibt
bereitwillig zu, daß sich einzelne Fremdwörter im Koran befinden
42). Diese Auffassung wird sowohl von den modernen Koranexegeten des indischen
Subkontinents als auch von den früheren Koranexegeten und Lexikographen
der arabischen Sprache anhand konkreter Beispiele geteilt. Niemand vor Mirza
Ghulam Ahmad hat daraus einen Glaubenssatz gemacht, denn die Aufnahme einzelner
Fremdwörter wird weder für eine Sprache noch für ein Buch
in dieser Sprache als herabwürdigend angesehen. Für Mirza Ghulam
Ahmad gilt Arabisch als die vollkommenste Sprache der Welt, der es vorbehalten
blieb, daß das vollkommenste Buch aller Zeiten in dieser Sprache geschrieben
wurde 43). Er hält Arabisch für die Ursprungssprache der Menschheit
und damit für die Mutter aller Sprachen (umm al-alsina) 44).
Dadurch ist gewährleistet, daß auch dann ein Wort als arabischen
Ursprungs sich erweisen würde, wenn es von den Lexikographen als ein
Lehnwort aus einer anderen Sprache angesehen wird.
5. Die Ahmadiyya glaubt an i'dschaz al-qur'an im
klassischen Sinne des Begriffs 45), womit sowohl die Unüberbietbarkeit
der Sprache des Koran gemeint ist als auch die Unvergleichbarkeit eines
von Menschen hergestellten Textes mit dem Koran hinsichtlich der in ihm
behandelten Themen 46). Der Koran gilt schlechthin als das größte
Wunder Muhammads, der des Lesens und Schreibens unkundig war. Unterdessen
kann die Unnachahmlichkeit des Koran als mehr als bewiesen angesehen werden
47). Den Charakter des Wunderbaren besitzt der Koran einmal durch seine
Lehre und zum zweiten durch seine zahlreichen Prophezeiungen, die wie "eine
Urquelle aus ihm heraussprudeln" 48). Der weitere und noch wichtigere Aspekt
des sprachlichen Wundercharakters ist seine unübertroffene Wirkung
auf den Menschen, denn er vollbringt es, daß die Menschen ihre Bestimmung
erkennen und durch die Gnade Gottes in die Lage versetzt werden, ähnliche
Wunder zu vollbringen 49). Mirza Ghulam Ahmad ist davon überzeugt,
daß auch er von Gott mit dieser Gabe versehen worden sei. Er forderte
vergeblich seine Gegner immer wieder auf, in einen Wettbewerb mit ihm einzutreten
und eine Exegese des Koran in arabischer Sprache zu schreiben 50). Die Beherrschung
des Arabischen, die ihn in die Lage versetzte, beachtliche Werke in dieser
Sprache zu verfassen, soll er dadurch erlangt haben, dass ihm in einer
Nacht 40 000 Vokabeln (madda) aus göttlicher Gnade beigebracht
wurden. Dies soll eine der vier Arten des Wunders gewesen sein, die ihm
von Gott zuteil wurden 5l).
6. Es befinden sich im Koran absolut keine Stellen, die miteinander
in Widerspruch stehen könnten 52). Mit anderen Worten, die Ahmadiyya
ist sich darin mit Saiyid Ahmad Khan einig, daß es im Koran weder
abrogierende noch abrogierte Verse gibt 53). Die Entwicklung zu dieser
Formulierung war bereits durch Schah Wali Allah (1703 - 1762) vorgezeichnet
gewesen, der grundsätzlich dazu neigte, die Lehre von nasikh
und manskh abzulehnen, aber bei dem Versuch, in fünf Fällen
eine harmonisierende Erklärung für widersprüchliche Verse zu
finden, anscheinend scheiterte 54). Saiyid Ahmad Khan, Mirza Ghulam Ahmad
und Maulawi Nur ad-Din (gest. 1914) nehmen es für sich in Anspruch,
unabhängig voneinander zu dieser Überzeugung gelangt zu sein. Sie
argumentieren, daß der Vers: "Welches Zeichen Wir auch aufheben
oder dem Vergessen anheimgeben, Wir bringen ein besseres dafür oder
ein gleichwertiges", lediglich die Abrogation vorislamischer Gesetze und
Religionen feststellen will. Diese Meinung scheint sich insbesondere auf dem
indischen Subkontinent durchzusetzen. Aslam Jairadschpuri und sein Nachfolger
Ghulam Ahmad Parwaiz, der Modernist Khalifa Abd al-Hakim sowie Ahmad Din vertreten
ebenfalls diese Meinung 55). Maududi und Azad halten an der alten Lehre
fest.
7. Der Koran stellt die Grundlage für den Islam und für
das islamische Recht dar. Alles andere, sei es Sunna oder Hadith
, muß am Koran gemessen werden 56). Nur solche Hadithe dürfen
akzeptiert werden, die mit dem Koran konform gehen 57). Im übrigen
gelten Hadithe nach Mirza Ghulam Ahmad erst an dritter Stelle,
nach dem Koran und der Sunna, als Rechtsquelle 58). Durch seine
Betonung der Stellung der Sunna als zweite Rechtsquelle noch vor
dem Hadith nimmt Mirza Ghulam Ahmad in der heutigen Welt des Islam
eine Sonderstellung ein. Es ist zwar chronologisch richtig, daß in
den ersten ca. 150 Jahren nach der Hidschra (Muhammads Auszug von
Mekka nach Medina) die ungeschriebene und nur durch das Beispiel und die
mündliche Anordnung weitergegebene Sunna des Propheten Muhammad
nach dem Koran die zweite Quelle des islamischen Rechts bildete. Aber seitdem
die Sunna in Form von Hadithen geschrieben vorliegt, werden
Sunna und Hadith als eine Einheit angesehen. Deshalb werden
beide Bezeichnungen abwechselnd für ein und denselben Gegenstand
verwendet. Mirza Ghulam Ahmad besteht darauf, diese Unterscheidung zu machen,
womit er seine früheren Weggenossen aus den Ahl-i Hadith treffen
wollte, die für den Hadith noch vor dem Koran eine Sonderstellung
beanspruchen. Nach ihm kann die Richtigkeit der Hadithe lediglich
mutmasslich ( zanni ) sein, denn mit letzter Sicherheit kann keiner
sagen, ob sie ohne jeden Zusatz oder Abstrich wirklich von Muhammad stammen;
im Falle des Koran, dessen Übermittlung über jeden Zweifel (
yaqini) steht, kann dies jedoch ohne weiteres beansprucht werden 59).
8. Der Koran verkörpert das letzte Gesetz (Schari'a)
für die gesamte Menschheit 60). Damit ist auch ausgedrückt, daß
es nach Muhammad keinen gesetzgebenden Propheten geben kann. Es wird allerdings,
so meint Mirza Ghulam Ahmad, innerhalb des Islam Propheten geben, die
kein neues Gestz verkünden, aber wegen ihrer Prophetie (nubuwwa
) als Propheten bezeichnet werden müssen. Ausgehend von den Versen:
"Führe uns auf den geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen
hast". (1:7):
"Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, soll unter denen sein, denen
Allah Seine Huld gewährt hat, nämlich unter den Propheten, den
Wahrhaftigen, den Blutzeugen und den Gerechten" (4:69),
argumentiert er, daß Gott unter anderem denjenigen Prophetentum
verspricht, die in dieser umma von Ihm belohnt werden würden
6l). Damit will er seinen eigenen Anspruch auf das Prophetentum verteidigen.
Seit der Spaltung der Ahmadiyya in zwei Gruppen wird er im Gegensatz zu
der Qadiani-Gruppe von der Lahori-Gruppe nicht mehr als
nabiy, sondern als mudschaddid und muhaddith bezeichnet
62).
9. Der Koran ist hinsichtlich seiner Bedeutung unerschöpflich.
Seine Verse sind mehrdeutig und ihr Verständnis geschieht genauso
sukzessiv, wie sie in 23 Jahren offenbart wurden 63). Die Kenntnis der
arabischen Sprache reicht nicht dazu aus, den Koran zu verstehen. Auch
Nichtaraber sind in der Lage, ihn zu verstehen, müssen aber grundsätzlich
eine besondere Befähigung dazu besitzen (4). Mirza Ghulam
Ahmad stellt sieben Prinzipien für die Koranexegese auf: (1) Für
das Verständnis bestimmter koranischer Stellen sollten andere Stellen
aus dem Koran herangezogen werden, denn der Koran interpretiert sich selbst
65); (2) an zweiter Stelle sollte man die Hadithe heranziehen, welche
die Interpretation der koranischen Stellen durch den Propheten enthalten;
denn niemand kann den Koran besser verstehen, als er; (3) an dritter Stelle
sollte die Meinung der Prophetenjünger (sahaba) konsultiert werden;
4) an vierter Stelle sollte man über die Bedeutung des Koran mit reiner
Seele nachdenken und sich von allzu spekulativer Deutung zurückhalten;
(5) an fünfter Stelle sollte man die lexikalischen Studien der arabischen
Sprache beachten; (6) für das Verständnis der geistigen Welt sollte
man versuchen, die materielle Welt zu studieren; denn beide stimmen in jeder
Hinsicht miteinander überein; (7) an siebenter Stelle sollte man die
Offenbarung (wahy) der auliya' (Heiligen) sowie die mukaschafat
(Traumbilder) der muhaddithun (hervorrangenden religiösen
Persönlichkeiten) beachten, die im wesentlichen der Deutung koranischen
Lehren gewidmet sind. Diese zuletzt genannte Kategorie steht über allen
übrigen Kategorien und Prinzipien 66). Mirza Ghulam Ahmad, der selbst
zum größten Teil Offenbarungen in Form von koranischen Versen
empfangen hatte, ist davon überzeugt, daß er die wahre Bedeutung
der Verse auf diese Weise erfährt; denn die Offenbarungen haben immer
eine bestimmte Absicht, wozu ihm durch die Gnade Gottes jeweils das wahre
Verständnis eingegeben wird 67).
Diese Prinzipien der Koranexegese stellt er auf, um die seiner Meinung
nach falschen Behauptungen Saiyid Ahmad Khans zu korrigieren, der zuvor
bereits eine 15 Punkte umfassende Prinzipienliste aufgestellt hatte 68).
Ein Vergleich beider Schriften zeigt, daß beide in den wesentlichen
Punkten miteinander übereinstimmen. Die prinzipiellen Differenzen
zwischen beiden betreffen a) die Verwendung der Hadithe für
die Koranexegese; dies wird von Saiyid Ahmad Khan völlig abgelehnt,
aber von Mirza Ghulam Ahmad als wichtig erachtet; b) die totale Ablehnung
der Wunder durch Saiyid Ahmad Khan, womit verbunden war, daß für
alle Stellen im Koran, die ein Wunder beschreiben, eine den Naturgesetzen
entsprechende Interpretation gefunden werden müßte. Mirza Ghulam
Ahmad dagegen verzichtet auf die wörtliche Übersetzung entsprechender
Stellen, ist aber der Meinung, daß der Koran überhaupt keine Wunder
enthält, die gegen die Naturgesetze verstoßen 69). Man sollte
dabei bedenken, daß wir keinesfalls alle Naturgesetze abschließend
erforscht haben. So will er unter anderem die unbefleckte Empfängnis
Mariens gelten lassen. Aber gerade in diesem Punkt wird er später von
einem seiner besten Schüler, Maulawi Muhammad Ali, verlassen, der sich
in seiner Koranübersetzung die Meinung Saiyid Ahmad Khans zu eigen
macht und die Empfängnis als eine Folge des Zusammenseins von Joseph
und Maria annimmt 70). Mirza Ghulam Ahmad war es nicht vergönnt, eine
Koranexegese außer über die erste Sure zu schreiben 71). Sein
Sohn Mirza Baschir ad-Din Mahmud Ahmad, der den Ehrgeiz hatte, die umfangreichste
Koranexegese aller Zeiten zu schreiben, nannte sein auf 30 Bände angelegtes
Werk deshalb Tafsir-i Kabir (Die große Exegese). Er starb
vor der Vollendung dieser Arbeit 72).
10. Ungeachtet der Tatsache, daß für die Ahmadiyya Arabisch
die vollkommenste Sprache der Welt darstellt und der Koran das höchste
an Sprachkunst enthält, wird die Frage der Übersetzbarkeit des
Koran von ihr bejaht 73). Denn die Botschaft des Koran gilt für die
ganze Menschheit und sollte den Menschen jeweils in der Sprache vorgelegt
werden, die ihnen am nächsten ist. Die von Maulawi Nur ad-Din zu Lebzeiten
Mirza Ghulam Ahmads aufgestellten Regeln für die Koranübersetzung
besagen: a) die Sprache der Übersetzung sollte würdig und passend
sein; b) die isra'iliyat (jüdischen Traditionen) sollten dabei
vermieden werden; c) die mutaschabihat-(zweideutigen) und
muhkamat - (eindeutigen) Verse sollten wegen ihrer inneren Bindung
zueinander genau beachtet werden; d) den muqatta'at (Abkürzungen)
sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken; e) die Theorie der Abrogation
im Koran ist falsch, deshalb verwerflich; f) die Versfolge, wie sie vorliegt,
muß gewahrt bleiben, wegen ihrer Funktion im Kontext; g) man sollte
die Offenbarung (ilham), die Existenz der Engel, das jüngste Gericht
und das Paradies und die Hölle nicht verneinen wollen und zu leugnen
versuchen; h) für die Übersetzung sollten einheitliche Richtlinien
festgelegt werden, die man bei der Übersetzungsarbeit beachten sollte;
i) die Interpretation koranischer Verse sollte an Hand anderer Verse versucht
werden, danach sollte man die Exegese des Propheten heranziehen und an dritter
Stelle auch die Exegese der ersten vier Kalifen (khulafa'-i raschidun
) beachten 74).
Die Ahmadiyya ging bereits früh daran, den Koran zu übersetzen.
Maulawi Nur ad-Din war der Pionier dieser Arbeit. Seine Koranvorlesungen,
die er Zeit seines Lebens regelmäßig hielt, in denen er im wesentlichen
eine leicht kommentierte Übersetzung vortrug, wurde von seinen Schülern
aufgeschrieben und veröffentlicht 75). Er beauftragte Maulawi Muahmmad
Ali mit der Koranübersetzung in englischer Sprache, die seiner eigenen
Urduübertragung folgen sollte. Maulawi Muahammad Ali hielt sich aber
nicht hundertprozentig daran. Durch die Spaltung der Ahmadiyya nach dem
Tod Maulawi Nur ad-Dins, die massgeblich von Muhammad Ali inszeniert worden
war, glaubte die Qadiani-Gruppe, nun ebenfalls eine Koranübersetzung
in englischer Sprache vorlegen zu müssen. Man machte sich sofort an
die Arbeit und veröffentlichte bereits 1915 eine zweisprachige Übersetzung
in Englisch und Urdu, die allerdings nur die erste Sure umfasste 76). Somit
hatte man zwar vor dem Erscheinen der Übersetzung von Maulawi Muhammad
Ali kund getan, daß man ebenfalls an einer Übersetzung arbeitet,
aber damit keinesfalls die Bedeutung der Übersetzung von Muhammad Ali
schmälern können, die erst zwei Jahre später erschien. Die
Qadiani-Übersetzung wurde von Maulawi Scher Ali besorgt 77) und diente
später als Vorlage für die Ahmadiyya-Übersetzung ins Deutsche
78) und Holländische 79) sowie für noch nicht veröffentlichte
Übersetzungen ins Französische und Russische. Diese Übersetzungen
wurden während des zweiten Weltkrieges in London von dorthin emigrierten,
aber namentlich bis heute nicht genannten Übersetzern hergestellt,
die ebenso wie die spätere Verfasserin der holländischen Übersetzung
des Arabischen unkundig waren. Dagegen ist die Ahmadiyya-Übersetzung
ins Dänische von einem konvertierten Dänen besorgt worden, der
die Arbeit an seiner Übersetzung erst nach der Erlernung der arabischen
Sprache ausführte 80). Er konnte bei seinen Arbeiten neben den bereits
genannten Übersetzungen auch auf eine englische Übersetzung durch
Zafrullah Khan zurückgreifen 8l). Zafrullah Khan seinerseits
hatte eine leicht kommentierte Übersetzung Mirza Baschir ad-Din Mahmud
Ahmads als Vorlage gehabt 82). Ein durch die Ahmadiyya-Mission in Deutschland
zum Islam konvertierter Italiener übertrug den Koran mit Hilfe der
vorgenannten Übersetzungen ins Esperanto 83). Erwähnenswert ist
ferner die Suaheli-Übersetzung 84). Eine Bengali-Übersetzung soll
kurz vor der Vollendung stehen. Im September 1976 ist die Yaruba-Übersetzung
erschienen.
Die Ahmadiyya unternimmt grosse Anstrengungen, ihren Mitgliedern die
Bedeutung des Koran nahezubringen. Es werden regelmäßig überall
in den Ahmadi-Moscheen Koranlesungen veranstaltet, insbesondere im Monat
Ramadan, in deren Verlauf der gesamte Koran mit Übersetzung und mit
punktueller Kommentierung vorgetragen wird. Es finden innerhalb der Ahmadi-Unterorganisationen
Wettbewerbe statt, in denen die Fähigkeit zur Übersetzung
der koranischen Verse geprüft wird. Seit einigen Jahren ist die Ahmadiyya
dazu übergegangen, insbesondere in den afrikanischen Staaten den Hoteldirektionen
Exemplare von Koranübersetzungen kostenfrei anzubieten, damit diese
in den Hotelzimmern ausgelegt werden. Um den großen Bedarf an Koranexemplaren
in der ganzen Welt decken zu können beschloß man, in Rabwah
(Pakistan) eine moderne Offset-Druckerei aufzubauen. Ob diese Absicht sich
noch durchführen lassen wird, hängt davon ab, ob die pakistanische
Regierung der Ahrnadiyya eine Genehmigung zum Korandruck erteilen wird
oder nicht. Seit 1973 dürfen in Pakistan Verlage und Druckereien
nur nach vorheriger Genehmigung, die wiederum von Gutachten der Koranrezitatoren
abhängt, den Koran drucken. Es gilt ein generelles Verbot für
Nicht-Muslime und deren Verlage, den Koran zu drucken. Seit dem 7. September
1974 ist die Ahmadiyya laut einem Beschluss des pakistanischen Parlaments
eine nicht-muslimische Minderheit 85). Es ist daher anzunehmen, daß
man ihr möglicherweise untersagen würde, weiterhin den Koran zu
drucken. Die Übersetzungen der Ahmadiyya werden ohnehin von vielen
"Orthodoxen" als falsch bezeichnet und durchweg abgelehnt.
Anmerkungen
Die im Aufsatz zitierten Bücher von Mirza Ghulam Ahmad sind mehrfach
erschienen, zuletzt als Gesamtausgabe unter der Bezeichnung Ruhani
khaza'in . Der Herausgeber ist die asch-Schirkatal-islamiyya
, Rabwa. Die Seitenzahlenangaben beziehen sich auf die Erstausgaben. In
der Gesamtausgabe sind auch die Seitenangaben der Erstausgabe verzeichnet.
1) Ali, Muhammad: Mirza Ghulam Ahmad of Qadian. Lahore: Anjuman Isha'at-i
Islam. 1959; Dard, Abdur Rahim: Life of Ahmad. Rabwah: Oriental and
Relgious Publ. 1950.
2) Ghulam Ahmad, Mirza: izala-i auham. Teil 2 S. 383;
ders. : barahin-i ahmadiyya. Teil 4. S. 497; ders.: al-hakam
. Qadian. 17. Feb. 1906. al-hakam. Qadian. 10.
Mai 1903. bahth-i ludhiyana: al-haqq. S. 90-91. barahin-i
ahmadiyya . Teil 2. S. 110, Fußnote. a'ina-i kamalat-i
islam. S. 150, Fußnote chaschma-i masihi. S. 12. minan ar-rahman. S. 3,
40, 64. tadhkirat as-schahadatain. S. 64; bahth-iludhiyana
: al-haqq. S. 20; al-hakam. Qadian. 10. Januar 1899.
3) ders.: al-hakam. Qadian. 10. Mai 19o3.
4) ders.: bahth-i ludhiyana: al-haqq. S. 90-91.
5) ders.: barahin-i ahmadiyya. Teil 2. S. 110, Fußnote.
6) ders.: a'ina-i kamalat-i islam. S. 150. Fußnote.
7) ders.: tschaschma-i masihi. S. a2.
8) ders.: minan ar-rahman. s. 3, 40, 64.
9) ders.: tadhkirat asch-schahadatain. S. 64; bahth-i ludhiyana:
al-haqq. S. 20; 27-28.
10) ders.: al-hakam. Qdian. 10. Janurar 1899.
11) Mahmud Ahmad, Mirza Bashiruddin: Der heilige Qur-an: Vorwort.
Zürich: Verlag "Der Islam". 1959. S. 114-118, 122ff; Akbar, Ali:
Prophecies of the holy Qur'an. Lahore: The Islamic Review. o.J. 132 S.
12) Ghulam Ahmad, Mirza: izala-i auham. S. 317.
13) Sadiq, Mufti Muhammad: dikr-i habib. S. 296.
14) Ghulam Ahmad, Mirza: barahin-i ahmadiyya. Teil 3.S.229ff.
15) ders. : dhamima barahm-i ahmadiyya. Teil 5. S. 298.
16) ders.: al-hakam.Qadian. 17. November 1905.
17) ders. : izala-i auham. S. 649
18) ders. : surma tschaschm-i ariya. S. 23-24, Fußnote;
ders. : tschaschma-i ma'rifat. S. 300; ders. : dhamima-i tschaschma-i
ma'rifat. S. 40.
19) ders.: barahin-i ahmadiyya. S. 159-168. surma
tschaschm-i ariya. S. 20-21, Fußnote; ders.: i'dschaz-i ahmadi.
al-hakam . Qadiyan. 10. Mai 1903.
20) ebenda, S. 183.
21) ders.: surma tschascham-i ariya. S. 20-21, Fußnote;
ders.: i'dschaz-i ahmadi. S. 55.
22) ders.: al-hakam. Qadian. 10. Mai 1903.
23) ebenda, 30. April 1904.
24) ders.: surma tschascham-i ariya. S. 20.21, Fußnote.
25) ders.: i'dschaz-i masih. S. 72.
26) ders.: barahin-i ahmaadiyy
. Teil 3. S. 207, Fußnote.
27) ders.: islami usul ki falasafi. S. 122.
28) ders.: kaschti-yi nuh. S. 24; ders.: izala-i auham
. Teil 2. S. 336.
29) ders.: arba'in. Teil 2. S. 3.
30) ders.: tschaschma-i ma'rifat. S. 148.
31) ders.: barahin-i ahmadiyya. Teil 3. S. 147-148, Fußnote;
ders.: izala-i auham. S. 528-529.
32) ders.: riwiyu (review) bar mubahatha batalawi wa-tschakralawi
. S. 6; ders.: sirag ad-din 'isai ketschar sawalon ka dschawab
. S. 34-35.
33) Rahbar, Daud: Sayyid Ahmad Khan's principles of exegesis, in:
Muslim World. Jg. 46 (1956). S. 104-112; 324-335.
34) Ghulam Ahmad, Mirza: izala-i auham. S. 528-529.
35) ders.: taryaq al-kbulu
. S. 144-145, Fußnote.
36) Mahmud Ahmad, Bashiruddin: Der heilige Qur-an. S. 113-114.
37) Siehe dazu: Baljon, J.M.S. : Modern Muslim Koran interpretation
(1880-1960). Leiden: Brill. 1961. S. 46-49.
38) Ghulam Ahmad, Mirza: izala-i auham. S. 528-529.
39) cf. Abd al-Qadir, Schaikh: sura fatiha aur mustaschrikin.
kiya "sirat" ghair arabi lafz hai? (Die erste Sure des Koran (fatiha)
und die Orientalisten. Ist "sirat" ein nicht-arabisches Wort?) in: al-furqan.
rabwa. Jg. 24 (Mrz. 1974) Nr. 3. S. 20-24.
40) Ghulam Ahmad, Mirza: al-hakam. Qadian. 17. Feb.
1906.
41) Mazhar, Schaikh Muhammad Ahmad: kiya qur'an main a'dschami
alfaz maudschud hain? lafz "sirat" ki tahqi (Sind im Koran Wörter
nicht-arabischen Ursprungs vorhanden? Untersuchung des Wortes "sirat")
in: al-furqan. Rabwah. Jg. 23 (Sept. 1973) Nr. 9 S. 17-21.
42) Baljon: op. cit. S. 44.
43) Ghulam Ahmad, Mirza: . Teil 4. S. 17; ders.: ariya
dharam. S. 807, Fußnote; ders. : minan ar-rahman. S. 3, Fußnote.
44) ders. : minan ar-rahman. S. 64; Mazhar, Schaikh Muhammad
Ahmad: sab se pehle kis nai arabi zuban ke umm al-alsina hone ka
i'lan kiya? (Wer verkündete als erster, daß arabisch die Mutter
aller Sprachen sei?) in: al-furqan. Rabwah. Jg. 21 (Sept. 1971)
Nr. 9. S. 9-28, 43.
45) Ghulam Ahmad, Mirza: nur al-haqq. Teil l S. 110-111; ders.:
nadscham al-huda. S. 15-16.
46) ders.: dhamima barahin-i ahmadiyya. Teil 5. S. 85-86; ders.: al-hakam.
Qadian. 17. Nov. 1902.
47) ders. : barahin-i ahmadiyya. Teil 4. S. 469-471; ders. :
al-hakam. Qadian. 24. Jan. 1901.
48) ders.: dschange muqaddas, mubahatha 5. Juni 1893. S.
5; ders.: sirr al-khilafa. S. 42-43, Fußnote.
49) ders.: tschaschma-i ma'rifat. S. 259, Fußnote; ders.:
dhamima tschasma-i ma'rifat. S. 40; ders.: surma tschaschm-i ariya. S. 23-24,
Fußnote; ders.: dhamima andscham-i atham. S. 61. Der Pir von Golera
nahm diese Herausforderung an, aber wegen Differenzen in den Modalitäten
kam der Wettstreit nicht zustande.
50) ders. : al-hakam. Qadian. 31. Mai 1903; 3. März 1901.
51) Sadiq, Mufti Muhammad: dhikr-i habib. S. 186-187; Mirza
Ghulam Ahmad hielt am 11. April 1900 nach dem Id-Gebet eine vorher angekündigte
Rede in arabischer Sprache, wozu er keinerlei Vorlagen benutzte. Die Rede
wurde von vier Schreibern aufgeschrieben und später in Buchform veröffentlicht.
Diese Rede wird als ein Beweis dafür gewertet, daß seine Arabisch-Kenntnisse
außerordentlich waren. Auch diese Rede gilt als unnachahmbar, denn
sie wurde von Gott inspiriert. Für den Wortlaut der Rede siehe:
Ghulam Ahmad, Mirza: khutba ilhamiya wa inni 'ullimtuha ilhaman min rabbi
wa kanat ayatan. Qadian: matba'a dhiya' al-islam. 1901. S.
31-73.
52) Bashir Ahmad, Mirza: tadhkirat al-mahdi. Teil 2. S. 35.
53) Baljon: op. cit. S. 49-50.
54) cf. Khalid, Detlev H. : Some aspects of Neo-Mu'tazilism, in:
Islamic Studies. Islamabad. Jg. 8 (1969). S. 321.
55) Baljon: op. cit. S. 49-51.
56) Ghulam Ahmad, Mirza: riwiyu (review) bar mubahata batalawi
wa-tschakralawi. S. 3; ders. :bahth-i ludhiyana: al-haqq. S.
27-28.
57) ders. : ahmadi aur ghair ahmadi main faraq. S. 14; ders.
tuhfa bagdad. S. 25; ders. : hamamat al-buschra. S. 33; ders. : bahth-i
ludhiyana: al-haqq. S. 34.
58. ders. : al-hakam. Qadian. 30. Nov. 1902; Ahmed,
Munir D. : Hadith in the Ahmadiyya theology. In: Actes du XXIX6 Congres
international des Orientalistes. Section organisee par Claude Gaben. Etudes
arabes et is-lamiques. I. histoire et civilisation. Vol. 1. Paris:
L'Asiatheque. 1975. S. 14-19.
59) Ghulam Ahmad, Mirza: ahmadi aur ghair ahmadi main faraq. S.
14; ders. : izala-i auham. S. 393; ders.: bahth-i ludhiyana: al-haqq.
S. 10-11.
60) ders.: al-hakam. Qadian. 31. Mai 1903; ders.: tschaschma-i
ma'rifat. S. 68; ders.: dschang-i muqaddas. mubahala 25. Mai 1893. S. 6;
ders.; al-balag al-mubin. S. 11; ders.: nasim-i da'wat. S. 61.
61) ders. : aik galati ka izala.
62) Faruqi, Mumtaz Ahmad: fath-i haqq. Lahore: ahmadiyya andschuman
ischa'at-i islam. 1966; La'il-puri, Qadhi Muhammad Nadhir: ghalba-i
haqq. Rabwah: naschr-o ischa'at. 1966. 296 S. '
63) Ghulam Ahmad, Mirza: nuzul-i masih. S. 43.
64) ders.: barahin-i ahmadiyya. Teil 3. S. 229-246.
65) ders.: ariya dharam. S. 63; ders.: malfuzat-i ahmadiyya. S.
340; ders. : al-hakam. Qadian. 31. März 1905.
66) ders. : barakat ad-du'a . S. 17-20; Folgendes aufschlußreiche
Buch über dieses Thema stammt aus der Feder eines Ahmadis: Schamlawi,
Munschi Barkat 'Ali: usul-i qur'an-fahmi. Rawbah. o.J. 82 S.
67) Sadiq, Mufti Muhammad: dhikr-i habib. S. 296.
68) Rahbar, Daud: Sayyid Ahmad Khan's principles of exegesis, in:
Muslim World. Jg. 46 (1956). S. 104-112, 324-335.
69) Ghulam Ahmad, Mirza: a'ina-i kamalat-i islam. S. 150,
Fußnote; ders.: tschaschma-i masihi. S. 12.
70) Ali, Muhammad: The holy Qur'an with Arabic text. English translation
and commentary. Woking: Islamic Review. 1917. LXX + 1256 S.
71) Ghulam Ahmad, Mirza: tafsir sura fatiha. Rabwah: idarat al-musannafin.
1969. 381 S.
72) Mahmud Ahmad, Mirza Baschir ad-Din: tafsir-i kabir. Rabwah:
asch-schirkat al-islamfya (usw). ab 1948 (Bislang sind 11 Bände erschienen;
weitere sollen noch folgen); ders. The holy Qur'an with English translation
and commentary. Rabwah: Oriental and Religious Publishing Corporation,
ab 1949; für die inhaltliche Zusammenfassung beider Bücher siehe:
Ma'in ad-Din, Pir: makhzan-i ma'arif. Rabwah: Selbstverlag. Erscheint
in Einzelbänden seit 1960.
73) Die Frage ob der Koran überhaupt in andere Sprachen übersetzt
werden kann, ist teilweise heute noch sehr umstritten. Siehe dazu: Tibawi,
A.L.: Is the Qur'an translatable? in: Muslim World, Jg. 52 (1962).
S. 4 - 16. In Indien hatte Schah Wali Allah diese Frage bereits im achzehnten
Jahrhundert positiv beantwortet. Die Stellung der Ahmadiyya war diesbezüglich
von Anfang an eindeutig für die Übersetzung. Neben Maulawf Nur
ad-Din, Mirza Baschir ad-Din Mahmud Ahmad und Maulawi Muhammad Ali gibt
es weitere Ahmadiübersetzer des Koran in die Urdusprache. Es sind
im Einzelnen, wie folgt: Schah, Muhammad Sarwar: tafsir-i sarwari, Qadian.
o.J. Muhammad Ishak, Mir: tartschuma-i qur'an ma'a mukhtasar hawaschi. Lahore:
foto art pres (Photo Art Press) o.J. 776 S.; Rauschan 'Ali: tardschuma-i
qur'an bain al-sutur. Lahore: aftab 'alam pres (Press) o.J. 783 S.;
Niyazi, Gulam Hasan: urdu zuban main tardschuma wa-mukhtasar matalib-i
qur'an mausum bi husan-i bayan o.O. branc kapital kooperatiw (Branch Capital
Co-operative). 1939. 656 S.; Abul 'Ata Dschalandhari: al-bayan, Erscheint
seit 1951 in der Zeitschrift al-furqan. Rabwah. Die Veröffentlichung
in Buchform ist angekündigt. Salah ad-Din, Pir: qur'an ma'a tardschuma
wa tafsir. Islamabad: qur'an publikaischanz (Publications). 1974.
Bd. 1. 565 S.
74) Muhammad, Dust: ta'rikh-i ahmadiyyat. Rabwah: idarat al-musannafin.
1963. Band 4. S. 157 - 159.
75) Unter der Bezeichnung "dars al-qur'an" erschienen.
76) Ein Kommentar dazu cf. McNeile, R.F. : The Koran according to
Ahmad, in: Moslem World, Jg. 6 (1916). S. 170-174.
77) The holy Qur'an. Arabic text and English translation by the late
Maulawi Sher Ali. Published under the auspices of Hazrat Mirza Bashir-ud-Din
Mahmud Ahmad. Second successor of the Promised Messiah and head of the
Ahmadiyya Movement in Islam. Rabwah: Ahmadiyya Muslim Foreign Missions Office.
1955. 169 + 643 S.
78) Der heilige Qur'an.Arabisch und Deutsch. Herausgegeben unter der
Leitung von Hazrat Mirza Bashir-ud-Din Mahmud Ahmad Imam und Oberhaupt
der Ahmadiyya-Bewegung des Islams. Zürich: Verlag "Der Islam". 1959.
153 + 653 S.; Die Lahori-Gruppe der Ahmadiyya veröffentlichte eine
deutsche Übersetzung des Koran bereits 1939: Der heilige Koran. Übersetz
von Maulana Sadr-ud-Din. Berlin, Verlag der Moslimischen Revue.
1939. 1022 S.
79) De heilige Qor'an met nederlandse Vertaling onder auspicion van
Hazrat Mirza Bashir-ud-Din Mahmud Ahmad Hoofd van de Ahmadiyya Beweging.
Rabwah: The Oriental and Religious Publishing Corporation. 1953.
XII + 179 + 638 S.
80) Madsen, A.S.: Koranen. Kobenhavn. 1967. 3 Bde. 1268 S. (Borgens
Billigboger 34).
81) Zafrulla Khan, Muhammad: The Quran. London: Curzon Pr. 1975.
736 S.
82) Mahmud Ahmad, Mirza Bashir ad-Din: tafsir-i saghir. Rabwah: idarat
al-musannafin. 1966. 853 S.
83) Chiusi, Italo: La nobla Korano. Kobenhavn. 1969. 654 S.
84) Mubarak Ahmad: Kurani Turkufu. Nairobi: East African Standard.
1953. Siehe dazu: Damman, E. : Die von der Ahmadiyya herausgegebene Übersetzung
des Korans in das Suaheli, in: ZDMG. Jg. 106 (1956). S. 135-144; ders.:
Die Beurteilung Jesu in den Anmerkungen der Suaheli-Übersetzung des
Korans, aus: Basileia: Walter Freytag zum 60. Geburtstag. 1959. S.
245-251; ders. : Die Wiedergabe von nafs und ruh in der Suaheli-Übersetzung
des Korans, in: Mitteilungen des Instituts für Orientforschung. Jg.
11 (1965). S. 7-15; Monteil, V.: Un Coran Ahmadi en Swahili, in: Bull.
IFAN. Jg. 29 (1967). S. 479-495.
85) cf. Ahmed, Munir D. : Ausschluß der Ahmadiyya aus dem Islam.
Eine umstrittene Entscheidung des pakistanischen Parlaments, in: Orient,
Opladen. Jg. 16 (März 1975) Nr. 1. S. 112-143.
Vortrag vor dem XIX. Deutschen Orientalistentag
vom 28. September bis 4. Oktober 1975 in Freiburg im Breisgau.
Erschienen in: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft. Supplement III, I. Vorträge hrsg. von Wolfgang Voigt.
1977. S. 319-330.